Am Nachmittag ist das Ziel das alte Fortresses.
Man nannte es eigentlich „das Portugiesische Fort“, doch nach Ausgrabungen von 25% der Anlage (Stand heute) erkannte man, dass es sich hier um einen Platz mit 4200 jähriger Geschichte handelt.
Nichts weniger als die sagenumworbene Stadt Dilmun (auch die Region hiess so) soll an diesem Platz gestanden haben. Ein Hot Spot des Handels in der Bronzezeit.
Dies nicht zuletzt, aufgrund des Kuriosums, dass im Persischen Golf vor Bahrain Süsswasserquellen in den Untiefen entspringen und das Wasser nach oben steigen lassen. Wenn man eine Flasche am richtigen Ort unter Wasser halte, fülle sich diese mit Süsswasser. Davon hat Bahrain seinen Namen, der übersetzt „Zwei Meere“ bedeutet, erhalten.

Die Grabungsstätte gehört zum UNESCO Welterbe. Überhaupt verfügt Bahrain weltweit über die meisten prähistorischen Anlagen 170‘000 Hügelgräber, weitere Festungen ect.
Mit meinen Tick, die Ölfelder zu besuchen, was zeitintensiv war, verpasse ich leider einige andere Highlights. Den Perlenpfad, die Shopping Malls, die historischen Altstadthäuser.
Immerhin liegt noch der Besuch eines Reitstalls im Timebudget, wo ich endlich einen echten Araber streicheln darf.
Danach finden wir uns im Souqqartier. Die Kuppeln der Moscheen glänzen in der Sonne.
Auch der Besuch der Synagoge steht auf dem Programm. Hussein verpasst nicht, zu betonen, dass andere Religionen willkommen seien. Man habe auch 20 Katholische Kirchen.
Die Zeit fliegt. Es dämmert.
Die Rushhour nimmt Fahrt auf. Wir stauen im Finanzdistrict.
Der Staat versucht, sich als Gegenpol zum orientalischem Charme als Finanz- und Techzentrum zu etablieren.
Als Wahrzeichen erhebt sich das Worldtradecenter. Es symbolisiert Segel im Wind. Zwischen den zwei Flügeln hängen Windrotoren. Diese können bei günstiger Witterung 50% des Stromverbrauches des Gebäudes abdecken.
Die Ausfahrt geht zu Ende. Ich hätte noch gerne einen Tag mehr gehabt. Vielleicht wäre ich tatsächlich über den 25 Km langen Damm gefahren, der das Land mit Saudi Arabien verbindet. Man kann einige Dörfer im Nachbarstaat besuchen (Tagesausflug).
So muss es bei einem ersten Eindruck via „kuratierter staatlicher Informationsvermittlung“ bleiben.
Der Abend gehört dem Hotel Four Seasons, das von mir 11 von 10 Punkten erhält.
Die Herzlichkeit des Personals und die Qualität des Services sind unglaublich.
Die Inneinrichtung ist ein einziger Designertraum.
Die Restaurants bieten perfekte Kulinarik und schönste Blicke auf die Skyline.
Die Skyscraper blinken stumm in abendlicher Ferne. Fast surreal.
So werde ich Bahrain in meine Memories schliessen:
„Die Begegnung bleibt geheimnisvoll“.
