Ueber den Wolken 7

Wladiwostock - Ulan Bataar

4 Stunden

Wladiwostock hat ein regnerisches Farewell vorbereitet. Also möglichst schnell in den Global -Jet und auf und davon. An der Treppe steht Herr Flugkapitän Hendrix.“Dürfte ich Sie im Cockpit besuchen?“ „Ja sicher, herzlich willkommen..... bis später.“


Tom und Manuel wirbeln schon mit Wodka-Cocktails herum. Meine Viererbande - Kollegen wedeln ungeduldig mit den Händen. „Hopp hopp ... wo bleibst Du denn... Chears!!“

Hier die Speisekarte. Wir können uns freuen. Tom und Manuel fröhnten dem „Petri Heil“.

Die Jungs haben die Netze ausgeworfen und delikate  perlweisse Jakobsmuscheln eingesammelt, 

die Körbe ausgelegt und korrallerote Kingcrabs gefangen... 


....wir schwelgen.

Und können nicht glauben, dass es noch besser kommen könnte. Wir flehen Manuel um das Rezept des fluffigen Mokka-Himbeertörtchens an. 


Ob diese Offenbarung gelang, weiss ich nicht, denn ich habe nun Audienz beim Käptn. 

Flugzeug-Cockpits üben eine besondere Faszination auf mich aus. Ich interessiere mich heute für das Thema Autopilot. Herr Hendrix präsentiert mir seinen I-Pad. Da sind alle wichtigen Infos sichtbar. Es gibt in Ulan Bator vier Anflugsvarianten. Die Piloten tippen, die vom Tower als wahrscheinlichste gewählte Route, in den Computer ein. Falls doch andere Order erfolgt, wird dies nachträglich angepasst. So nun kann der Flieger alles selber machen. Er würde selbsttätig den Sinkflug einleiten und den Vogel runterbringen. „Trotzdem“. erklärt der Käptn, „übernehmen“ wir vor der Landung selber. Der Computer kann landen, aber unsere Kunden erwarten möglichst einen Soft Touch. Das ist Handwerk!“


„Sorry“, er wendet sich ab..... der Tower meldet sich.... Flughöhen werden durchgegeben. Konzentration ist gefragt. Sind wir im Chinesischen oder schon in Mongolischen Luftraum? Die Chinesen rechnen im Flugverkehr in Metern, die übrige Welt in Fuss.  Das ist nicht nur tricky, sondern unter Umständen fatal. Die beiden Piloten versichern sich gegenseitig nochmals. „Höhe in Fuss?“ „Confirmed... yes, foot!!“ Die Funksprüche mehren sich. Besser, ich lasse die Herren nun wirken. 

Unter mir lichtet sich die Wolkendecke. Weites Land.... unendlich weit. Grün... grün...grün!!


Bling .... was schon anschnallen?

Das Front-Trio: Der Käptn, der Co und der Computer geben Gas. Schon taucht der Rand der Stadt auf. Ein Meer von bunten Häuschen.... wie ein Haufen bunter Legoklötzchen, die auf den Boden geleert wurden. 

Ab diesem Moment weiss ich, dieser Besuch wird exotischer als ich dachte.

Wir schweben diesem neuen Abenteuer entgegen. Die Herren in Charge legen eine Buttelandung auf die Betonpiste. 


Chinggis Khan.... wir galoppieren an!

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Kommentare: 3
  • #1

    Jean-Pierre (Mittwoch, 05 September 2018 08:49)

    Du bist so weit weg! Reicht das noch zurück nach Fribourg am Freitag?
    SDW und die Schoggifabrik warten.

  • #2

    Hansueli Märki (Mittwoch, 05 September 2018 09:36)

    Du kannst froh sein, dass die beiden Kohlekraftwerke am jeweiligen Ost- und Westende der Stadt ihren Russ nicht offen zeigen. Weil, wenn sie es tun, das Rot und Grün der schönen Häuschen gar nicht zur Geltung kommt aber offenbar hat Dschingis Khan blaue Himmel für Euch bestellt. Ein Gang durch die Stadt lohnt sich, auch auf das Monument im Süden der Stadt von wo man eine sehr gute Übersicht über das ganze Tal hat.

  • #3

    Albert Müller (Mittwoch, 05 September 2018 20:58)

    Wiederum herrliche Bilder - sie bezeugen, dass bei euch viel und gut gegessen wird - "Fischzug" erinnert uns alle an ZUG - weiter sooo